Unsere Sprechzeiten:

Beschlüsse des Bündnis Gesund Aufwachen 

11 konsentierten Beschlüsse des Bündnis Gesund Aufwachsen

Die Partnerinnen und Partner des Bündnis Gesund Aufwachsen stimmten am 5. November 2020 auf der Online-Veranstaltung des 8. Plenum des Bündnis Gesund Aufwachsen über die von den Arbeitsgruppen des Bündnisses eingebrachten Beschlussvorlagen ab. Die 11 Beschlüsse formulieren das Arbeitsprogramm des Bündnis Gesund Aufwachen bis 2022. Ziel aller konsentierten Beschlüsse ist es, die Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg zu verbessern.

Beschluss 1 "Gesundheits- und soziallagenbezogene Herausforderungen der Corona Pandemie"

Beschluss 1
"Gesundheits- und soziallagenbezogene Herausforderungen der Corona Pandemie und Lösungsstrategien"

Das Plenum des Bündnis Gesund Aufwachsen empfiehlt, die gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie und der Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens insbesondere auf die Kinder und Jugendlichen im Land Brandenburg gründlich aufzuarbeiten.

Voraussetzung dafür ist eine belastbare Datengrundlage, die Aussagen zu körperlichen und psychischen sowie familiären und sozialen Belastungen erlaubt. Hierbei gilt es, die Daten im Kontext der Vorjahre zu evaluieren und einen Vergleich zu Vorjahresdaten anzustellen. Datenquellen sind beispielsweise die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes, Studienergebnisse wie die der HBSC-Studie für das Land Brandenburg sowie zusätzliche Erhebungen und Befragungen zu ausgewählten Schwerpunktthemen.

Neben den Belastungen sollten immer auch die individuellen und kollektiven Bewältigungsstrategien ermittelt werden. Dies umfasst Angaben zur körperlichen und psychischen Gesundheit sowie soziale Aspekte, wie die Entwicklung der familiären Situation oder der Gesundheitskompetenz. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die vorhandene Struktur und Entwicklung begleitender und unterstützender Angebote für Kinder, Jugendliche und ihre Familien.

Von einer soliden Datengrundlage ausgehend sollten die unmittelbar/kurzfristigen, die mittelfristig zu erwartenden sowie die möglichen „Langzeitfolgen“ der Pandemie und der Eindämmungsmaßnahmen insbesondere auf das Sozialverhalten, die psychische und physische Gesundheit, den Medienkonsum und die Medienkompetenz oder der Konsum von Suchtmitteln von Kindern und Jugendlichen reflektiert und aufgearbeitet werden.

Themenspezifische Expert*innengespräche, Workshops und Fachtage können dazu beitragen, diese Ergebnisse vorzustellen, zu diskutieren und weiter zu entwickeln.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse sollen Empfehlungen formuliert werden, die sowohl die individuellen Belastungen und Bewältigungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen adressieren als auch die vorhandenen Unterstützungsstrukturen in den Blick nehmen und nachhaltige, bedarfsgerechte Anpassungen skizzieren. Die Förderung von Gesundheits- und Sozialkompetenzen sollte hierbei aufgrund ihrer präventiven Funktion und ihrer Wirkung auf die Selbstwirksamkeit der Kinder und Jugendlichen in besonderem Maße berücksichtigt werden.

Die Empfehlungen richten sich an die Partnerinnen und Partner im Bündnis Gesund Aufwachsen aber auch an alle weiteren Akteure im Land Brandenburg, die einen Beitrag zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen leisten können. 

Download des Beschlusses 1

Beschluss 2 "Gesundheit rund um die Geburt"

Beschluss 2
"Die Gesundheit rund um die Geburt wird durch eine Senkung der Kaiserschnittrate gefördert"

Das Plenum des Bündnis Gesund Aufwachsen (BGA) unterstützt das Anliegen, im Land Brandenburg die Bedingungen für die Förderung der Gesundheit rund um die Geburt weiter zu entwickeln.

Die Arbeitsgruppe „Frühe Hilfen und Pädiatrische Versorgung“ (AG FHPV) wird gebeten, anknüpfend an die Ergebnisse der Unterarbeitsgruppe „Gesundheit rund um die Geburt“ wirkungsvolle Handlungsansätze bekannt zu machen und weiter zu bearbeiten:

  • neutrale Informationen zu (Teil-)Themen der „Gesundheit rund um die Geburt“ entwickeln und vermitteln,
  • multiprofessionelle Perspektiven, besonders in der Mitwirkung von Gynäkologinnen und Gynäkologen, in der AG-Arbeit und auf Veranstaltungen fördern,
  • die Kompetenzen von Eltern und Fachkräften stärken,
  • die werdenden Eltern und junge Familien unterstützen,
  • und Vorschläge für die Weiterentwicklung von Modellprojekten konzipieren.

Zur Umsetzung des Beschlusses wird die Gründung einer eigenständigen Arbeitsgruppe „Gesundheit rund um die Geburt“ angeraten.
Dieser Prozess hat stets und unmittelbar Bezug zum Nationalen Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“.

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Beschluss 3 "Förderung des Stillens"

Beschluss 3
Das Thema „Förderung des Stillens“ wird im BGA bearbeitet

Das Plenum des Bündnis Gesund Aufwachen (BGA) befürwortet das Vorhaben der Arbeitsgruppe Frühe Hilfen und Pädiatrische Versorgung (AG FHPV), einen Themenschwerpunkt auf die Förderung des Stillens im Land Brandenburg zu legen. In diesem Zusammenhang wird die AG FHPV gebeten, anknüpfend an die Arbeit der Arbeitsgruppe „Gesundheit rund um die Geburt“

  • einheitliche, abgestimmte Informationen zum Stillen zusammenzustellen und deren Vermittlung zu unterstützen,
  • ein Pilotprojekt „Förderung von Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu Stillen und Stillförderung im Land Brandenburg“ zu konzipieren und die Umsetzung zu begleiten sowie
  • Beratungskompetenzen der beteiligten Berufsgruppen durch Schulungen von landesweiten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu fördern.

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Beschluss 4 "Komplexleistung Frühförderung wird umgesetzt"

Beschluss 4
"Komplexleistung Frühförderung wird umgesetzt"

Das Plenum des Bündnis Gesund Aufwachsen (BGA) begrüßt Fachforen unter Einbeziehung von Leistungsträgern und Leistungserbringern für die Weiterentwicklung von interdisziplinären Strukturen im System der Frühförderung.

Gewonnene Erkenntnisse in der Umsetzung von interdisziplinären Frühförderleistungen in einigen Brandenburger Regionen werden erhoben und Schlussfolgerungen für eine ICF-basierte Arbeitsweise in Frühförder- und Beratungsstellen gezogen.

Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der „Praktischen Handreichungen für die Umsetzung der Komplexleistung Frühförderung im Land Brandenburg“ (Fachempfehlung der ÜAFB) ein.

Download des Beschlusses 4 

Beschluss 5 "Der Zugang des Netzwerkes Gesunde Kinder zu Akteuren wird weiterentwickelt"

Beschluss 5
"Der Zugang des Netzwerkes Gesunde Kinder zu Akteuren und Strukturen der gesundheitlichen Versorgung wird weiterentwickelt"

Die Mitglieder des Bündnis Gesund Aufwachsen (BGA) werden gebeten, im Rahmen ihrer Zuständigkeit darauf hinzuwirken, dass die Regionalnetzwerke Gesunde Kinder (NGK)

  • neben den bereits bestehenden Vereinbarungen mittels einer Kooperationsvereinbarung Zugang zu allen Krankenhäusern mit Geburtsstationen gewährt bekommen;
  • eng mit den Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen,
  • mit den (niedergelassenen) Hebammen, Frühförderstellen und
  • mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten (insbesondere mit Kinder- und Jugendmediziner*innen und Gynäkolog*innen) zusammenarbeiten können und
  • von allen Krankenkassen im Rahmen des § 20 SGB V zur Primären Prävention und Gesundheitsförderung finanziell, als auch sächlich unterstützt werden
  • sowie weiterhin eine verstärkte Integration der NGK-Arbeit in die Öffentlichkeitsarbeit der Mitglieder des BGA erfolgt.

Das Plenum des BGA bittet die Mitglieder darum, den Beschluss mit konkreten Maßnahmen für den Beschlusszeitraum zu hinterlegen. Um das zu erreichen, spricht sich das Plenum für die Durchführung eines Workshops mit Vertreter*innen der o. g. Kooperationspartner*innen aus mit dem Fokus auf die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Gesunde Kinder.

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Beschluss 6 "Netzwerkbildung und Informationsverbreitung im Bereich der frühen Elternschaft"

Beschluss 6
"Die Koordination und Zusammenarbeit zwischen den landesweiten Netzwerken zur Unterstützung, Beratung und Hilfe junger Familien wird weiterentwickelt."

Das Bündnis Gesund Aufwachsen (BGA) befürwortet den verstetigenden Prozess der Netzwerkbildung und Informationsverbreitung im Bereich der frühen Elternschaft. Es setzt sich für die Weiterentwicklung interdisziplinärer und bereichsübergreifender Strukturen im Bereich der Frühen Hilfen und weiterer Netzwerkpartner ein und unterstützt die Etablierung und Verzahnung von passgenauen Angeboten durch:

  • Verbreitung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Förderung der Zusammenarbeit der verschiedenen Netzwerke
  • Unterstützung von interdisziplinären Werkstätten und Fachgesprächen

Das BGA unterstützt die Durchführung einer Landestagung zum Thema: „Schnittstellenperspektiven – Möglichkeiten und Grenzen intersektionaler Zusammenarbeit – Förderung von ressortübergreifenden Strukturen“, wie beispielsweise mit den Bereichen Gesundheit, Jugend, Soziales und Bildung.

Download des Beschlusses 6 

 

Beschluss 7 "Verbesserung der Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen wird verstetigt"

Beschluss 7
"Der Trend zur Verbesserung der Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen wird verstetigt"

Das Plenum erkennt anhand der Angaben aus der Gesundheitsberichterstattung einen Trend zur Verbesserung der Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Gleichzeitig wird Handlungsbedarf festgestellt, um Problemlagen zu begegnen.

Das Plenum beschließt Zielsetzungen zur Mundgesundheit bis zum Jahr 2025 und den fortgeschriebenen Maßnahmenkatalog.

Das Plenum bittet die Arbeitsgruppe Mundgesundheit die Handlungsempfehlungen des Maßnahmenkataloges, wie die flächendeckende gruppenprophylaktischen Betreuung, kontinuierlich umzusetzen. Es unterstützt die Fortsetzung der fachübergreifenden und interdisziplinären Betreuung und beauftragt die AG, über die Entwicklung der Mundgesundheit sowie die Umsetzung der präventiven Betreuung jährlich zu berichten.

Download des Beschlusses 7

Beschluss 8 "Prävention von Verletzungen durch Unfälle und Gewalt bei Kindern wird gestärkt"

Beschluss 8
"Die Prävention von Verletzungen durch Unfälle und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg wird gestärkt."

Das Plenum befürwortete das Vorhaben der Arbeitsgruppe Unfall- und Gewaltprävention (AG UGP), einen Themenschwerpunkt auf die Prävention von Kopfverletzungen bei Kindern zu legen, da Kopfverletzungen die häufigste Verletzungsdiagnose bei kleinen Kindern sind.

In diesem Zusammenhang wird die AG Unfall- und Gewaltprävention gebeten, einen Beitrag zur Verbesserung der Informationen der Eltern insbesondere zu Unfallmechanismen und zur Unfallprävention am Beispiel der Kopfverletzungen zu leisten. Dabei sollen Fachkräfte besonders berücksichtigt und informiert werden.

Das Plenum unterstützt das Vorhaben der AG UGP sich verstärkt dem Thema „Gewalt an Schulen vermeiden“ zuzuwenden.

Das Bündnis Gesund Aufwachsen (BGA) begrüßt die Fortführung der Arbeit mit dem Leitfaden zur Früherkennung von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Die AG Unfall- und Gewaltprävention wird nach Rücksprache mit den Herausgebenden die redaktionelle Überarbeitung des Leitfadens unterstützen und die Neuauflagen durch Öffentlichkeitsarbeit bekannt machen.

Download des Beschlusses 8 
Download des Flyer "Schnell handeln bei Kopfverletzungen von Kindern und Jugendlichen"

Beschluss 9 "Stärkung der Lebenskompetenz von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg"

Beschluss 9
"Stärkung der Lebenskompetenz von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg"

Das Plenum des Bündnis Gesund Aufwachsen (BGA) befürwortet das Anliegen, vorhandene Ansätze zur Stärkung der Lebenskompetenzen von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg zu sammeln und geordnet darzustellen.

Die Arbeitsgruppe Lebenskompetenz, Ernährung, Bewegung (AG LEB) wird gebeten, anknüpfend an die bisherigen Aktivitäten, folgende Prozesse in interdisziplinärem Austausch weiterzuverfolgen:

  • Entwicklung eines ressortübergreifenden Verständnisses von Lebenskompetenz
  • Auseinandersetzung mit der Frage, wie die Aktivitäten der Handlungsfelder Ernährung und Bewegung einen Beitrag zur Stärkung der Lebenskompetenzen leisten können
  • Schwerpunktsetzung der im Land Brandenburg zu fördernden Fähigkeiten
  • Entwicklung einer Übersicht, die Empfehlungen für landesweite Netzwerkstrukturen, Programme, Angebote und Maßnahmen zur Stärkung der Lebenskompetenzen für Kinder und Jugendlichen und deren Bezugspersonen in und für Kommunen umfasst

Dieser Prozess sollte stets Bezug auf das Nationale Gesundheitsziel „Gesund Aufwachsen“, insbesondere den Unterpunkt „2.1. Lebenskompetenz“ nehmen.

Download des Beschlusses 9

Beschluss 10 "Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg"

Beschluss 10
"Die Medienkompetenz von Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg ist gestärkt."

Das Bündnis Gesund Aufwachsen (BGA) unterstützt das Anliegen, die Medienkompetenz von Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen im Land Brandenburg insbesondere in deren Lebenswelten zu stärken.

Es bittet die Arbeitsgruppe Lebenskompetenz, Ernährung, Bewegung (AG LEB), zunächst ein gemeinsames Verständnis zum Thema Medienkompetenz und Medienbildung zu formulieren.

Das Plenum bittet die AG LEB, die zu stärkenden Medienkompetenzen in den jeweiligen Lebensphasen von Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen und deren Bezugspersonen zu identifizieren und Kompetenzbereiche sowie die Qualitätskriterien für gute Angebote zu benennen.

Auf dieser Grundlage sollen bestehende Initiativen zur Stärkung der Medienkompetenz von Kleinkindern, Kindern, Jugendlichen und deren Bezugspersonen im Land Brandenburg bekannt gemacht und deren Vermittlung unterstützt werden.

Download des Beschlusses 10 
Zum Online-Fachtag „Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen“ 2020

Beschluss 11 "Stärkung von Ernährungskompetenzen von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg"

Beschluss 11
"Stärkung von Ernährungskompetenzen von Kindern und Jugendlichen durch Vernetzungsarbeit im Bereich Ernährungsbildung und Verpflegungsqualität im Land Brandenburg."

Das Plenum des Bündnis Gesund Aufwachsen (BGA) unterstützt das Anliegen, die Ernährungskompetenzen von Kindern und Jugendlichen durch entsprechend gesundheitsförderliche Verpflegungsangebote und durch altersgerechte Ernährungsbildungsangebote in Kitas und Schulen im Land Brandenburg zu stärken.

Es bittet die Arbeitsgruppe Lebenskompetenz, Ernährung, Bewegung (AG LEB), die bestehende Vernetzungsstelle im Land Brandenburg weiter bekanntzumachen bzw. eine Fortführung zu unterstützen.

Download des Beschlusses 11

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