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Materialien zu den Themen der AG Unfall- und Gewaltprävention

Verletzungsmonitor 2012

Der vorliegende Bericht analysiert das aktuelle Verletzungsgeschehen in Brandenburg und soll den Arbeitsgruppen der „Safe Region“ Brandenburg als Grundlage für zielgerichtete Maßnahmen dienen, Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Risikogruppen wie Kindern, älteren Menschen und gefährdeten Straßenverkehrsteilnehmern sowie auf Sport und Freizeitunfällen, Verletzungen durch Produkte und durch Gewalt und Selbstbeschädigung (laut Empfehlung des EU Rates von 2007). Als Datenbasis für die Analysen dienen einerseits die amtlichen Statistiken, andererseits spezifische Brandenburger Erhebungen.

Den Bericht können Sie sich hier herunterladen.

Brandenburger Kampagne gegen Schüttel-Trauma

Cottbus, 3. August 2012. Nur ein kurzer Augenblick kann verheerende Folgen haben: Schütteln Eltern ihr Baby nur fünf Sekunden, können sie es lebensgefährlich verletzen. Viele Kinder überleben das Schütteln nicht. Das Bündnis Gesund Aufwachsen mit der Arbeitsgruppe Unfall- und Gewaltprävention startet jetzt eine Präventionskampagne, die über die Gefahren beim Schütteln von Babys aufklärt und Hilfemöglichkeiten erläutert. Die Kampagne wird fachlich unterstützt durch das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus (CTK), Herrn Chefarzt Dr. Thomas Erler, und das Brandenburger Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV), Frau Dr. Gabriele Ellsäßer. Die Techniker Krankenkasse (TK) fördert diese breite Initiative von Anfang an.
Dr. Gabriele Ellsäßer, Abteilungsleiterin Gesundheit im LUGV: "Das Schütteltrauma-Syndrom ist die häufigste nicht natürliche Todesursache bei Säuglingen. Eltern und andere Bezugspersonen müssen wissen, welche Auswirkungen das Schütteln der Babys haben kann." Dr. Thomas Erler, Ärztlicher Direktor im CTK, weiß um die verheerenden Folgen: "Durch das Schütteln wird das kleine Gehirn hin und her geschoben. Dabei werden Gefäße abgerissen, es kommt zu Einblutungen in das Gehirn." Diese Hirnverletzung hinterlässt eine bleibende Behinderung und kann sogar zum Tod führen. Susanne Hetzer, TK-Chefin in Brandenburg, ergänzt: "Babys bringen Freude - langes Schreien kann aber auch die Nerven strapazieren. Die Eltern sollten sich nicht scheuen, bei Problemen Hilfe in Anspruch zu nehmen und beispielsweise den Kinderarzt, die Hebamme oder andere Bezugspersonen wie die Paten der Netzwerke Gesunde Kinder zu fragen."
Durch Schreien machen Babys auf sich aufmerksam: Sie sind hungrig, müde, brauchen frische Windeln oder wollen in den Arm genommen werden. Die Kleinen brüllen gerade in den ersten Monaten durchschnittlich zwei bis drei Stunden täglich – manchmal auch mehr. Von Schreibabys spricht man, wenn sie länger als drei Stunden an mindestens drei Tagen die Woche über einen Zeitraum von drei Wochen schreien. Befinden sich die Eltern in einer derart angespannten Lage, ist
es wichtig, sich selbst zu entlasten. Sanftes Wiegen, leises Flüstern oder Spazierengehen hilft den Eltern und damit auch dem Kind.
Die Brandenburger Präventionskampagne "NICHT schütteln!" beinhaltet einen Flyer mit Tipps, was Eltern und Betreuer tun können, wenn das Baby schreit und wo sie Hilfe bekommen. Wichtig ist, dass Eltern im Vorfeld persönlich beraten werden, was sie in Stresssituationen tun können, beispielsweise wenn ihr Baby lange schreit. Das Bündnis Gesund Aufwachsen nutzt die vielen Akteure und somit Synergien, um junge Eltern persönlich präventiv zu beraten (Paten in den Netzwerken Gesunde Kinder, Hebammen, Kinder- und Jugendärzte etc.). Als Unterstützung der Multiplikatoren wurde ein virtueller Medienkoffer entwickelt: www.bitte-nicht-schütteln.de. Aber auch Eltern können das Internet direkt nutzen, um sich Rat und Hilfe zu holen. Am 3. August 2012 findet die Auftaktveranstaltung zur landesweiten Aktion statt.

Verletzungsgeschehen durch Unfälle und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg

Das vom Landesamt für Gesundheit Brandenburg herausgegebene Schwerpunktheft Infaktum 1/2009 (PDF, 175 KB) informiert über das Verletzungsgeschehen durch Unfälle und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen. Vorgestellt werden u.a. auch Netzwerke zur Unfall- und Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg.

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