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Zielführende Projekte im Gesundheitszieleprozess Brandenburg

Der Steuerungskreis des Bündnisses Gesund Aufwachsen hat zielführende Projekte ausgewählt, die einen Beitrag zur Unterstützung des Gesundheitszieleprozesses in Brandenburg leisten. Auf dieser Seite finden Sie kurze Beschreibungen dieser Angebote. Die Auswahl wird kontinuierlich erweitert.

"PIKS" - Pubertät - Impfen - Krebs - Sexualität

Kurzbeschreibung
Das Gesundheitsbewusstsein von Kindern und Jugendlichen ist hinsichtlich des Themas Krebs wenig entwickelt und meist angstbesetzt. Junge Menschen nehmen die Gefahr einer eigenen Erkrankung an einem bösartigen Tumor oft entweder gar nicht wahr oder verdrängen sie. Dies behindert den Zugang zu krebspräventiven Maßnahmen.
"PIKS" ist eine Informationskampagne für Schulen im Land Brandenburg zu den Themen Pubertät, Impfen, Krebs und Sexualität mit dem Schwerpunkt HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs.
Ziele der Kampagne sind, Schüler/innen, Lehrkräfte und Eltern für die Erhaltung individueller Gesundheit zu sensibilisieren, das Gesundheitsbewusstsein zu verbessern, zu Verhaltensänderungen durch praktische Übungen zu aktivieren, Ängste vor Gesundheitsuntersuchungen und -ergebnissen abzubauen und zur Inanspruchnahme von Impfungen und der Jugendgesundheitsuntersuchungen (J1) zu motivieren.
Hierzu werden direkt in brandenburgischen Schulen Projekttage für Schülerinnen und Schüler sowie bei Bedarf Informationsveranstaltungen für Eltern und Lehrkräfte durchgeführt. In den drei Schulstunden eines Projekttages gibt es zu den PIKS-Themen Gesprächsrunden, Vorträge, Filme und ein interaktives Spiel.
Weitere Informationen zum Projekt "PIKS"

"Kitas für Kitas" - Transfer guter Beispiele im Setting Kita

Kurzbeschreibung
Erzieherinnen und Erzieher haben heute klare Vorstellungen von der Bildungsarbeit und Gesundheitsförderung in der Kita. Sie wissen aber auch, dass die Entwicklung von Projekten und Maßnahmen in Anlehnung an die Brandenburger Grundsätze elementarer Bildung viel Zeit in Anspruch nimmt. Kitas für Kitas fördert die Verbreitung guter Ideen, Initiativen und Projekte zur Umsetzung der Grundsätzen elementarer Bildung sowie den fachlichen Austausch von Fachkräften.

Mit Hilfe der Online-Datenbank www.kitas-fuer-kitas.de können gute alltagstaugliche Projekte in Kitas landesweit angeboten werden. Bei Bedarf können dann bietende und suchende Kitas eine Transferbeziehung eingehen mit dem Ziel, das entsprechende Projekt von einer Kita in die andere zu übertragen. Bei diesem Transferprozess erhalten Kitas fachliche, aber auch finanzielle Unterstützung. Auf diese Weise sollen Prozesse des voneinander Lernens organisiert und die Ansteckungskraft guter Projekte und Maßnahmen gestärkt werden.
Weitere Informationen zum Projekt "Kitas für Kitas".

Neugeborenen-Hörscreening

Kurzbeschreibung
In Brandenburg werden jährlich etwa 20-25 Kinder mit an Taubheit grenzender beidseitiger Hörbehinderung und etwa 40-45 Kinder mit wesentlichen Hörstörungen (Hörminderung > 70%) geboren. Mehr als die Hälfte dieser angeborenen Störungen werden zu spät erkannt und therapiesensible Zeitspannen deshalb nicht genutzt. Die Folgen sind meist irreversible Defizite in der frühkindlichen und späteren schulischen Entwicklung.

Seit 1. Januar 2009 ist die Inanspruchnahme des Screeningangebots auf angeborene Hörstörungen eine für Krankenkassen erstattungspflichtige Leistung. In den Kinder-Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) nicht geregelt sind dagegen die Vollzähligkeitsprüfung, die Sicherstellung eines Angebots für die Bestätigungsdiagnostik und eine Überprüfung, ob Therapien frühzeitig eingeleitet werden. Diese Aufgaben werden der Daseinsvorsorge zugeordnet.

Weil es in Brandenburg immer noch zufällig ist, ob ein Hörscreening in den ersten Lebenstagen des Kindes nach den Qualitätsstandards des Gemeinsamen Bundesausschusses durchgeführt, eine Nachuntersuchung bei auffälligem Screeningbefund in Anspruch genommen, ggf. ein Hörgerät fachgerecht und zeitnah verordnet und Therapien (z. B. CI-Versorgung) rechtzeitig eingeleitet werden, hat die AG Frühe Hilfen / Pädiatrische Versorgung des „Bündnis Gesund Aufwachsen“ am 23.09.2009 empfohlen, ein Tracking zum Neugeborenen-Hörscreening wie in Berlin einzuführen.

Das Tracking auf angeborene Hörstörungen wurde Oktober 2009 in Brandenburg gestartet. Verfahrenstechnisch ist es an das seit drei Jahren etablierte Tracking auf angeborene Stoffwechselstörungen gekoppelt. Träger der (vom Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz – MUGV – geförderten) Maßnahme ist das Neugeborenen-Screeningzentrum an der Charité Berlin in Kooperation mit der Klinik für Audiologie und Phoniatrie am Benjamin-Franklin-Klinikum, Berlin.

Arbeitsschwerpunkte in 2010 werden die Sicherstellung einer Screening-Diagnostik in allen Brandenburger Entbindungskliniken und –abteilungen nach den Vorgaben des G-BA, die Prüfung auf vollzählige Inanspruchnahme und die zeitnahe Weitervermittlung hörauffälliger Kinder an HNO-Ärzte zur Bestätigungsdiagnostik (und ggf. Therapieeinleitung) sein.