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Materialien der Presse-
und Öffentlichkeitsarbeit

> Einladungsflyer

> Pressemitteilung MASGF

> "Daten für Taten": Kernaussagen des Brandenburger Datenmonitors zur Kindergesundheit

> Die Konferenz in (nicht immer ernst gemeinten) Zahlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Detaillierte Informationen zum Präventionsgesetz erhalten Sie z. B. auf den Seiten des Bundesgesundheits-ministeriums: 

www.bmg.bund.de/
ministerium/meldungen
/2015/praeventions-
gesetz.html

 

Kommentare aus der Diskussionsrunde:

"Das Präventionsgesetz bietet uns einen größeren Finanzierungsrahmen und die Möglichkeit Modellvorhaben zu starten."

"Die Strukturen und Kooperationsbeziehungen, welche bereits im Land Brandenburg zur Formulierung der Gesundheitsziele aufgebaut wurden, sollten genutzt werden um die Gesundheitsförderung und Prävention im Land voranzubringen."

"Das Präventionsgesetz überträgt die Gestaltungskompetenz vom Bundesgesetzgeber auf die Länder. Dieser Auftrag ist erst einmal an die Krankenkassen gegangen, aber grundsätzlich ist es ein Auftrag an alle Akteure auf der Landesebene, sich darüber zu verständigen wie sie Prävention und Gesundheitsförderung gestalten wollen."

"Ähnlich der Sozialpsychiatrie-Vereinbarung werden wir zu einer Sozialpädiatrie-Vereinbarung kommen müssen, damit ambulant tätige Kinder- und Jugendmediziner verstärkt in Einrichtungen gehen und an Fallkonferenzen teilnehmen können." 

"Die Landesrahmenvereinbarung sollte den unterschiedlichen Akteuren einen Rahmen - eine Orientierung - bieten, um zusammenzukommen, zusammenzuwirken und zusammenzuarbeiten."

"Das Thema Impfen allein durch Ärzte abdecken zu wollen, greift zu kurz. Hier muss ein gesamtgesellschaftlicher Dialog entfaltet werden, Aufklärung betrieben und Wissen vermittelt werden."

"Ansätze aus Prävention und Gesundheitsförderung sollten mit familienpolitischen Maßnahmen verknüpft werden um die elterlichen Kompetenzen weiter zu stärken."

 

 

 

 

 


6. Plenum des Bündnis Gesund Aufwachsen am 20. April 2016

170 Expertinnen und Experten der Brandenburgischen Gesundheitslandschaft kamen in Potsdam zusammen auf der

Kindergesundheitskonferenz Brandenburg 2016
Vom Gesetzestext in die Lebenswelt – Prävention kommt an!

Den Vormittag moderierten Holger Kilian und Frederik Pettelkau (Fachstelle Gesundheitsziele bei Gesundheit Berlin-Brandenburg), durch den Nachmittag führte Stefan Pospiech (Geschäftsführer Gesundheit Berlin-Brandenburg).


Grußwort der Ministerin

Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
 

Ministerin Diana Golze begrüßte die Teilnehmenden und würdige in ihrem Grußwort die gute Arbeit des Bündnis Gesund Aufwachsen. Sie stellte aktuelle Entwicklungen der Kinder- und Jugendgesundheit des Landes Brandenburg vor: Deutschlandweit ist ein Anstieg chronischer Erkrankungen im Kindesalter zu verzeichnen, von dem vor allem Kinder aus benachteiligten Familien betroffen sind. Erfreulich sind jedoch die hohe Inanspruchnahme von Schutzimpfungen und Vorsorgeuntersuchungen sowie der Rückgang von Zahnkaries.

Dass alle Kinder gesund aufwachsen können ist eines der Anliegen des Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention ("Präventionsgesetz"). Die Bekämpfung von Kinderarmut ist dabei ein zentrales Thema, welches auch beim „Runden Tisch gegen Kinderarmut“ im Land Brandenburg im Fokus steht. Um gleiche Gesundheitschancen zu ermöglichen, müssen auch die Bedürfnisse geflüchteter Kinder und Jugendlicher in allen Maßnahmen und Planungen mit berücksichtigt werden.

> Grußwort der Ministerin


Fachvortrag I

Prof. Dr. Jörg Fischer, Institut für kommunale Planung und Entwicklung an der Fachhochschule Erfurt
Prof. Dr. Jörg Fischer, Institut für kommunale Planung und Entwicklung an der Fachhochschule Erfurt 

Prof. Dr. Jörg Fischer sprach in seinem Fachvortrag darüber, was es heißt, im Gesundheitsbereich vernetzt tätig zu sein und wie Netzwerke erfolgreich bestehen können.

Er verwies auf die Vorteile vernetzter Zusammenarbeit, die im Gegensatz zu „versäulten Strukturen“ in der Lebenswelt von Zielgruppen ganzheitlich ansetzen kann, statt sie nach Zuständigkeiten zu bearbeiten („Überwindung des institutionellen Tunnelblicks“).
Netzwerke sind dabei dann erfolgreich, wenn sie ihre Arbeitsaufträge fachlich qualifiziert und organisiert verfolgen können und dabei praktische Arbeitsergebnisse erzielen, die auch nach außen kommuniziert werden können. Zudem betonte er die Bedeutung von verantwortungsbewussten und engagierten "Schlüsselakteuren, Fürsorgern und Visionären".
Gelingendes Netzwerken zeichne sich darüber hinaus durch gegenseitiges Vertrauen und gute Koordination aus. Auch die Anerkennung von Misserfolgen – eine so genannte "Fehlerkultur" – spiele eine große Rolle, um Weiterentwicklung zu ermöglichen. Er brachte deshalb folgendes Zitat an: „Macht mehr Fehler und macht sie schneller, denn woraus sonst wollt ihr lernen.“

> Vortrag Prof. Dr. Fischer: Interdisziplinäre Gesundheitsnetzwerke

Plenum des Bündnis Gesund Aufwachsen in Brandenburg

Im Plenumsteil der Konferenz stellten die Sprecherinnen und Sprecher die Arbeitsergebnisse der vergangenen beiden Jahre vor und gaben anhand von Beschlussvorlagen einen Ausblick auf die Ziele bis zum nächsten Plenum. Alle 22 Beschlussvorlagen wurden durch die abstimmungsberechtigten Mitglieder des Bündnisses ohne Gegenstimmen als Beschlüsse verabschiedet. Diese bilden die Arbeitsgrundlage des Bündnisses für die kommenden zwei Jahre.

> Übersicht der Beschlüsse des BGA-Plenums

Sprecherinnen und Sprecher der Arbeitsgruppen im BGA und weitere Beschluss-Verantwortliche:

Heidrun Franke, Verbraucherzentrale Brandenburg (AG BESt)
Heidrun Franke, Verbraucherzentrale Brandenburg (AG BESt)
 
Gitta Hüttmann, Überregionale Arbeitsstelle Frühförderung (AG FHPV)
Gitta Hüttmann, Überregionale Arbeitsstelle Frühförderung (AG FHPV)
 
Dr. Thomas Erler, Klinikum Westbrandenburg (AG FHPV)
Dr. Thomas Erler, Klinikum Westbrandenburg (AG FHPV)
 
Bettina Baumgardt, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg (UAG SPZ)
Bettina Baumgardt, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg (UAG SPZ) 
Dr. Gabriele Ellsäßer, Landesamt für Arbeit, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg (AG UGP & UAG Impfprävention)
Dr. Gabriele Ellsäßer, Landesamt für Arbeit, Verbraucherschutz und Gesundheit Brandenburg (AG UGP & UAG Impfprävention)
 
Dr. Gudrun Rojas, Stadt Brandenburg an der Havel (AG Mundgesundheit)
Dr. Gudrun Rojas, Stadt Brandenburg an der Havel (AG Mundgesundheit)
 
Wolfgang Ihle, Universität Potsdam (AG Seelische Gesundheit)
Wolfgang Ihle, Universität Potsdam (AG Seelische Gesundheit)
 
Dr. Maren-Daenzer-Wiedmer, Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg (Input zu B1)
Dr. Maren-Daenzer-Wiedmer, Vernetzungsstelle Schulverpflegung Brandenburg (Input zu B1)
 
Martina Schünemann, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (Input zu B 2)
Martina Schünemann, Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (Input zu B 2) 
Katrin Petrischek, Hebammenverband Brandenburg e.V. (Input zu B 10)
Katrin Petrischek, Hebammenverband Brandenburg e.V. (Input zu B 10)
 
Gudrun Braksch, Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Brandenburg (Input zu B 9)
Gudrun Braksch, Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Brandenburg (Input zu B 9)
 
Annett Schmok, Netzwerk Gesunde Kinder (Input zu B 5/7)
Annett Schmok, Netzwerk Gesunde Kinder (Input zu B 5/7)
 
Dr. Oliver Kuppinger, Unfallkasse Brandenburg (Input zu B 22)
Dr. Oliver Kuppinger, Unfallkasse Brandenburg (Input zu B 22) 

Fachvortrag II

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Justus-Liebig-Universität Gießen
Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Justus-Liebig-Universität Gießen 

Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe sprach am Nachmittag über die Resilienzförderung in Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen.

Sie stellte die Bedeutung gesellschaftlicher Strukturen heraus, die als Risikofaktoren in die Lebenswelten hineinwirken. Insbesonders Kinder und Jugendliche in belastenden Lebenslagen sind insgesamt öfter von negativen Einflüssen wie einer wirtschaftlichen Notlage der Familie oder Vernachlässigung betroffen. Gleichzeitig haben sie meist weniger Schutzfaktoren, um kompetent mit diesen Einflüssen umzugehen.

Daher plädierte Prof. Dr. Meier-Gräwe dafür, nicht nur die individuellen Schutzfaktoren (wie Selbstwirksamkeit, Optimismus, Zielstrebigkeit) zu stärken, sondern auch in den Sozialräumen gesundheitsförderliche Gelegenheitsstrukturen zu schaffen, welche am Ende auf die ganze Familie positiv zurückwirken können. Besonders die Bekämpfung von Armut in den Familien wirkt sich – auch unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten – günstig auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen aus. Das Präventionsgesetz kann hier möglicherweise dazu beitragen, entsprechende Unterstützungsstrukturen zu begünstigen und gesundheitliche Chancengleicheit zu fördern.

> Vortrag Prof. Dr. Meier-Gräwe: Resilienzförderung in Lebenswelten

Diskussionsrunde: „Mehr Gesundheit per Gesetz? Den Präventionsauftrag gemeinsam gestalten.“

Anfang 2016 trat das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (Präventionsgesetz - PrävG) in Kraft. Nachdem auf Bundesebene Bundesrahmenempfehlungen zur Umsetzung des Gesetzes entwickelt wurden, sind aktuell die zentralen Akteure in den Bundesländern unter Leitung der Sozialversicherungsträger aufgerufen, individuelle Landesrahmenvereinbarungen zu formulieren.

Wesentliche Ziele des Präventionsgesetzes sind z. B.:

  • Verbesserung von Kooperation & Koordination
  • Stärkung der Lebenswelten
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen der Betrieblichen Gesundheitsförderung
  • Sicherstellung von Qualität und Förderung der Wirksamkeit von Leistungen
  • Fortentwicklung der Leistungen zur Früherkennung von Krankheiten
  • Förderung des Impfwesens
  • Insgesamt Verminderung sozial bedingter Ungleichheit von Gesundheitschancen

Dabei sollen bereits existierende Strukturen von Gesundheitszieleprozessen – wie in Brandenburg das Bündnis Gesund Aufwachsen – bei der Formulierung einer Landesrahmenvereinbarung berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang wurde in der Diskussion auf die bereits gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Land verwiesen, die mit vielen Maßnahmen und Projekten einen großen Beitrag zur Prävention und Gesundheitsförderung leisten. Es gilt künftig, vorhandene Potenziale noch besser zu nutzen und im Sinne einer zielgerichteten und effizienten Zusammenarbeit weiter auszubauen.

An der Diskussionrunde nahmen teil:

  • Bettina Baumgardt, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg
  • Werner Mall, ARGE der Krankenkassen
  • Claudia Schiefelbein, LIGA der freien Wohlfahrtspflege
  • Detlef Reichel, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. Landesverband Brandenburg

Stefan Pospiech, Gesundheit Berlin-Brandenburg
Stefan Pospiech, Gesundheit Berlin-Brandenburg
 
Bettina Baumgardt, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg & Werner Mall, ARGE der Krankenkassen
Bettina Baumgardt, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg & Werner Mall, ARGE der Krankenkassen
 
Detlef Reichel, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Landesverband Brandenburg
Detlef Reichel, Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Landesverband Brandenburg
 
Claudia Schiefelbein, LIGA der freien Wohlfahrtspflege
Claudia Schiefelbein, LIGA der freien Wohlfahrtspflege 

Als ein weiterer wichtiger Aspekt wurde angesprochen, dass erfolgreiche Strukturen und Arbeitsweisen weiterhin erhalten und unterstützt werden sollten. Hierbei ging es um die Frage, wie eine Finanzierung von Maßnahmen und Projekten anhand der festzulegenden Rahmenbedingungen gewährleistet werden kann. Statt der jeweils kurzfristigen Förderung einzelner Maßnahmen („Projektitis“) wünschten sich die Teilnehmenden die Schaffung langfristiger Strukturen, die bei den Zielgruppen nachhaltig und dauerhaft Wirkung zeigen. In diesem Zusammenhang wurde die enge Abstimmung mit den Kommunen als "Träger" von Lebenswelten empfohlen.

Ein Teilnehmer versuchte, die aktuelle Situation folgendermaßen auf den Punkt zu bringen:

"Nicht wenige sind unzufrieden mit dem Präventionsgesetz. Vielleicht ist es aber das Wesen eines guten Kompromisses, dass wir alle unzufrieden damit sind, aber gern und voller Tatendrang gemeinsam die Arbeit aufnehmen."

Ausblick

Thomas Barta, Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Thomas Barta, MASGF 

Thomas Barta ließ in seinen abschließenden Worten den ereignisreichen Tag noch einmal Revue passieren. Er bedankte sich bei den vielen Teilnehmenden der Kindergesundheitskonferenz für das Interesse und bei allen BGA-Mitgliedern für ihren Einsatz und die gute Arbeit. Nicht zuletzt galt sein Dank den Referentinnen und Referenten des heutigen Tages. In Bezug auf die Umsetzung des Präventionsgesetzes fasste Hr. Barta zusammen, dass vorhandene Strukturen aufgegriffen und keine "Parallelwelten" geschaffen werden sollten. Dennoch muss der gesetzliche Rahmen voll ausgefüllt werden. Insgesamt ist darauf zu achten, die Erwartungen nicht zu hoch zu stecken und die kommenden Aufgaben vor allem als Chance zu sehen, gemeinsam mehr für die Kinder und Jugendlichen im Land erreichen zu können. Auf der nächsten Kindergesundheitskonferenz will man wieder zusammenkommen und eine erste Bilanz ziehen.

Weitere Impressionen der Veranstaltung

Die Fotos wurden aufgenommen von Fabian Schellhorn (www.fbn-berlin.de).