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Die Beschlüsse der AG FHPV

Am 20. April 2016 wurden auf der Kindergesundheitskonferenz Brandenburg folgende Beschlüsse für die AG FHPV verabschiedet:

(3) Beratungsleistungen in Frühförder- und Beratungsstellen

Das Plenum des BGA begrüßt die Vorlage einer Dokumentation von Erfahrungen und Perspektiven zur Anwendung der „Praktischen Handreichung für die interdisziplinäre Frühförderung im Land Brandenburg“ und empfiehlt allen Beteiligten die gewonnenen Erkenntnisse zu nutzen.

(4) Neue Strukturen der gesundheitlichen Versorgung

Das Plenum des BGA bittet die AG Frühe Hilfen und Pädiatrische Versorgung,

  • in 2016 eine landesweite Entwicklungswerkstatt zum Thema „Neue Strukturen der gesundheitlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Land  Brandenburg" durchzuführen,
  • die Ergebnisse als Grundlage für weiteren Diskussion aufzubereiten und
  • die Arbeit an diesem Thema in der Folgezeit zu verstetigen.

(5) Netzwerk gesund Kinder

  • Die Mitglieder des BGA werden gebeten, im Rahmen ihrer Zuständigkeit darauf hinzuwirken, dass die regionalen NGK

  • neben den bereits bestehenden Vereinbarungen mittels einer Kooperationsvereinbarung Zugang zu allen Krankenhäusern mit Geburtsstationen gewährt bekommen;
  • eng mit den Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen,
  • mit den (niedergelassenen) Hebammen und
  • mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeiten können und
  • von allen Krankenkassen im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanziell, als auch sächlich unterstützt werden
  • sowie eine verstärkte Integration der NGK-Arbeit in die Öffentlichkeitsarbeit der  Bündnismitglieder erfolgt.

Das Plenum des BGA bittet die Mitglieder darum, den Beschluss mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen.

(6) Netzwerke Frühe Hilfen

Das Bündnis setzt sich für die Entwicklung interdisziplinärer und bereichsübergreifender Strukturen und Konzepte im Sinne § 3 KKG in Verantwortung der örtlichen Jugendämter ein.

Dabei plädiert das Bündnis insbesondere für:

1. die Weiterentwicklung einer bedarfsgerechten, regionalen Angebotsstruktur, unter Beachtung der Anforderung des § 2 KKG (Informationen der Eltern über Unterstützungsangebote in Fragen der Kindesentwicklung) und

2. eine verbindliche Form der Steuerung unter Einbeziehung aller Beteiligten.

3. Unterstützung bei der Vermittlung von Kontakten zwischen Netzwerken und Familienhebammen sowie anderen Akteuren der Frühen Hilfen in Landkreisen und kreisfreien Städten.

(7) Netzwerk Gesunde Kinde und Frühe Hilfen

Die Netzwerke Gesunde Kinder und Frühe Hilfen haben in den vergangenen drei Jahren landesweit in unterschiedlicher Qualität und Quantität Dialoge geführt, sich fachlich angenähert und zum Teil gute Kooperationen auf- und ausgebaut. Für die gegenseitige Offenheit und Zusammenarbeit gilt den Akteurinnen und Akteuren beider Netzwerke hohe Anerkennung.

Diese Entwicklung muss fortgeführt und intensiviert werden. Auch zukünftig sollen die Akteurinnen und Akteure mit dem Ziel des gesunden und sicheren Aufwachsens von Kindern im Land Brandenburg ihre Netzwerktätigkeit darauf ausrichten, sich verbindlich zu vernetzen, gut zu ergänzen und sich dadurch zu stärken und voneinander zu profitieren.

(8) Komplexleistung Frühförderung

Das Plenum des BGA bedankt sich bei den interdisziplinären Akteuren der Facharbeitsgruppe für den bisherigen Fachaustausch und unterstützt die weiteren regionalen Verhandlungen zur Ausgestaltung der Komplexleistung Frühförderung.

(9) Schuleigene Pflegekräfte ("Schulkrankenschwester")

Das Plenum des BGA

a) würdigt die Weiterentwicklung des Projekts und unterstützt den Projektträger in der zweijährigen Modellprojekt-Phase.

b) bittet  die Landesregierung sowie die Sozialversicherungsträger hierfür im Rahmen ihrer gesetzlichen Möglichkeiten um Unterstützung.

(10) Förderung einer informierten Entscheidung zur natürlichen Geburt

Das Plenum des BGA unterstützt das Anliegen, die Bedingungen im Land Brandenburg für eine informierte Entscheidung werdender Mütter und Väter zur natürlichen Geburt weiter zu entwickeln.

Zu diesem Zweck wird es einen interprofessionellen Fachtag zur Förderung der natürlichen Geburt geben. Beratungsangebote und Informationsmaterialien sollen landesweit flächendeckend zugänglich gemacht werden. Die Arbeitsgruppe Frühe Hilfen und Pädiatrische Versorgung prüft, ob ggf. weitere Materialien gemeinsam mit den Bündnispartnern auch aus der Ärzteschaft entwickelt und vermittelt werden sollten.

(11) Neue Zugangswege eröffnen zur Verbesserung des Impfstatus bei Jugendlichen

1.) Die Akteure des Bündnisses Gesund Aufwachsen setzen sich dafür ein, verstärkt Jugendliche über die Notwendigkeit der Auffrischimpfungen zu informieren und ihre Gesundheitsförderangebote mit der Impfprävention zu verknüpfen.

2.) Um die Bedeutung der Impfprävention bei Kindern und Jugendlichen stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken, empfiehlt die Arbeitsgruppe dem Bündnis, die Europäische Impfwoche und Materialien der BZgA zu nutzen, um die Impfprävention im Land Brandenburg zu befördern.

3.) Zur Schließung der Lücke bei HPV-Impfungen für Mädchen (60% nicht HPV geimpft) wird die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg gebeten, für diese Impfung verstärkt zu sensibilisieren.

(12) Impfaufklärung von Eltern durch Multiplikatoren fördern

Das Bündnis begrüßt die Durchführung der Fachveranstaltung „Impfen schützt – mich und dich! Fachtag zur Impfaufklärung junger Eltern“ am 11. November 2014 und bittet die UAG, weitere Aktivitäten zu entwickeln.

(13) Überführung des Unterrichtsmaterials "Wissen schützt" in die praktische Anwendung

Das Plenum des BGA begrüßt die Entwicklung des Unterrichtsmaterials „Wissen schützt“ und bittet die UAG Impfprävention, die kontinuierliche Umsetzung inhaltlich und organisatorisch zu begleiten. Die verantwortlichen Partner werden gebeten, regelmäßig in den AG-Sitzungen Bericht zu erstatten.

(14) Stärkung der SPZ 

Das Bündnis würdigt die Arbeit der vier Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) im Land Brandenburg, die unter schwierigen Rahmenbedingungen chronisch kranke und behinderte Kinder und Jugendliche seit vielen Jahren gut versorgen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung im ländlichen Raum und des Fachkräftemangels empfiehlt das Bündnis, die SPZ zu stärken und zukunftsfest aufzustellen.

Das BGA bittet die AG FHPV/UAG SPZ, mit allen Beteiligten konkrete Handlungsbedarfe zu benennen und weitere Lösungsschritte zu erarbeiten.

 

Die Nummerierung richtet sich nach der Gesamtübersicht der Beschlüsse (Langfassung).