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Die Beschlüsse der AG FHPV

Am 23. Mai 2018 wurden auf der Kindergesundheitskonferenz Brandenburg folgende Beschlüsse für die AG FHPV verabschiedet:

( 1) Die Gesundheit rund um die Geburt wird gefördert.

Das Plenum des BGA unterstützt das Anliegen, im Land Brandenburg die Bedingungen für die Förderung der Gesundheit rund um die Geburt weiter zu entwickeln.

Die Arbeitsgruppe Frühe Hilfen und Pädiatrische Versorgung wird gebeten, anknüpfend an Ergebnisse der landesweiten Fachtagung „Gesundheit rund um die Geburt- Kompetenzen entwickeln, Zusammenarbeit stärken“ von August 2018 erfolgreiche Handlungsansätze

  • zur Unterstützung der werdenden und jungen Familien,
  • zur Sicherung der Versorgung der Frauen mit Hebammenhilfe,
  • zur Förderung der Kooperation der beteiligten Professionen
  • und Vorschläge für die Weiterentwicklung (z.B. im Rahmen) von Modellprojekten

zu formulieren.

Dieser Prozess sollte stets Bezug auf das nationale Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“ nehmen.

 (2)   Die Komplexleistung Frühförderung wird weiterentwickelt.

Die novellierte Gesetzgebung SGB IX / BTHG greift ab 01.01.2018 für den Bereich der interdisziplinären Frühförderung.

Das Plenum des BGA unterstützt Fachforen für die Zusammenführung von interdisziplinären Leistungen in Frühförder- und Beratungsstellen und Sozialpädiatrischen Zentren zur Umsetzung von offener, niedrigschwelliger Beratung, interdisziplinärer Diagnostik und interdisziplinärer Frühförderung. Eltern von betroffenen Kindern sollen damit zukünftig gleiche Zugangschancen zum Versorgungssystem erhalten.

Hierzu begrüßt das BGA die Weiterentwicklung der „Praktischen Handreichungen für die interdisziplinäre Frühförderung im Land Brandenburg“. Die bisherigen regional gewonnenen Erkenntnisse in der Umsetzung von Beratungsleistungen und interdisziplinärer Diagnostik werden dabei integriert.

(3) Die gesundheitliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg wird verbessert.

Das Plenum des BGA bittet die AG Frühe Hilfen und Pädiatrische Versorgung, das Thema „Herausforderungen der gesundheitlichen Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Land Brandenburg“ auf der Grundlage der Ergebnisse des Entwicklungsworkshops vom November 2017 weiter zu bearbeiten. Hierbei sollen insbesondere die Schnittstellen zwischen den Akteuren und Strukturen der gesundheitlichen Versorgung im Interesse einer fachlich und regional bedarfsgerechten Versorgung weiterentwickelt werden.

 

(4) Der Zugang des Netzwerks Gesunde Kinder zu Akteuren und Strukturen der gesundheitlichen Versorgung wird weiterentwickelt.

Die Mitglieder des BGA werden gebeten, im Rahmen ihrer Zuständigkeit darauf hinzuwirken, dass die regionalen Netzwerke Gesunde Kinder (NGK)

  • neben den bereits bestehenden Vereinbarungen mittels einer Kooperationsvereinbarung Zugang zu allen Krankenhäusern mit Geburtsstationen gewährt bekommen;
  • eng mit den Schwangerschafts- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen,
  • mit den (niedergelassenen) Hebammen, regionalen Frühförderstellen und
  • mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zusammenarbeiten können und
  • von allen Krankenkassen im Rahmen ihrer Möglichkeiten finanziell, als auch sächlich unterstützt werden
  • sowie eine verstärkte Integration der NGK-Arbeit in die Öffentlichkeitsarbeit der Mitglieder des BGA erfolgt.

Das Plenum des BGA bittet die Mitglieder darum, den Beschluss mit konkreten Maßnahmen zu hinterlegen und spricht sich dafür aus, in der kommenden Arbeitsphase einen Workshop zu initiieren, um gemeinsam mit den o. g. Kooperationspartner*innen die Zusammenarbeit zu thematisieren und zu intensivieren.

(5) Die Koordination und Zusammenarbeit zwischen den landesweiten Netzwerken zur Unterstützung, Beratung und Hilfe junger Familien wird weiterentwickelt.

5.1 - Das Plenum des BGA begrüßt die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen der Netzwerke Frühe Hilfen, Gesunde Kinder und Kinderschutz zur Ausgestaltung ihrer Zusammenarbeit. Es begrüßt die Vorstellung im BGA, unterstützt die Umsetzung und empfiehlt den Beteiligten die entsprechenden Erkenntnisse zu nutzen, indem die interdisziplinären Abstimmungen mit weiteren Akteurinnen und Akteuren auf Landesebene sowie Dialogprozesse im Rahmen regionaler Werkstätten geführt werden. Die Ergebnisse der Werkstätten werden aufbereitet und dem BGA für weitere Diskussionen vorgelegt.

5.2 - Das BGA regt an, eine Zusammenstellung der Angebote und Schnittstellen zu erarbeiten, die die Zusammenarbeit zwischen den Systemen der Frühförderung, Frühen Hilfen, Kinderschutz, Erziehungs- und Familienberatung, Schwangerschafts(‑konflikt)beratung sowie Kindertagesbetreuung und andere im Land Brandenburg darstellen.

5.3 - Das BGA befürwortet den verstetigenden Prozess der Netzwerkbildung und Informationsverbreitung im Bereich der frühen Elternschaft. Es setzt sich für die Weiterentwicklung interdisziplinärer und bereichsübergreifender Strukturen im Bereich der frühen Hilfen ein und unterstützt die Etablierung und Verzahnung von passgenauen Angeboten durch:

  • Verbreitung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Förderung der Zusammenarbeit der verschiedenen Netzwerke

Das BGA unterstützt die Durchführung einer Landestagung zum Thema: „Schnittstellenperspektiven - Möglichkeiten und Grenzen intersektionaler Zusammenarbeit - Förderung von ressortübergreifenden Strukturen“, wie beispielsweise mit den Bereichen Gesundheit, Jugend, Soziales und Bildung.

(8)  Die Weiterführung des Projektes „Schulgesundheitsfachkräfte“ wird geprüft.

Das Plenum des BGA verfolgt mit Interesse die Umsetzung der dritten Phase des Modellprojektes „Schulgesundheitsfachkräfte“ im Land Brandenburg. Das Plenum des BGA unterstützt die weitere Umsetzung des Modellprojektes „Schulgesundheitsfachkräfte“ im Land Brandenburg und bittet die Landesregierung sowie die Sozialversicherungsträger eine Weiterführung und Weiterentwicklung des Modellprojektes über den 31. Oktober 2018 hinaus zu unterstützen.

Die AG Frühe Hilfen und Pädiatrische Versorgung schlägt vor, im Themenjahr Kinderarmut und Gesundheit 2018 eine landesweite Veranstaltung zum Thema „Regionale Netzwerke Schulgesundheit“ durchzuführen. Das Plenum des BGA unterstützt diese Veranstaltung.

(9) Der Zugang zu Informations- und Unterrichtsmaterial zur Verbesserung des Impfstatus bei Kindern und Jugendlichen wird gefördert.

9.1 - Die Akteure des BGA setzen sich dafür ein, verstärkt Jugendliche über die Notwendigkeit der Auffrischimpfungen zu informieren und ihre Gesundheitsförderangebote mit der Impfprävention zu verknüpfen.

9.2 - Das BGA bittet die UAG Impfprävention, die kontinuierliche Umsetzung des Unterrichtsmaterials „Wissen schützt“ inhaltlich und organisatorisch zu begleiten und hierzu auch den Erfahrungsaustausch mit den Kooperationspartnern in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern zu nutzen. Die verantwortlichen Partner werden gebeten, regelmäßig in den AG-Sitzungen Bericht zu erstatten.